Robert bringt es auf den Punkt: (Gerade) in Deutschland sind sich die Blogger noch nicht über das Potenzial des von Ihnen benutzten Mediums im Klaren.
Wenn Lieschen Müller und Hans Wurst ein Blog eröffnen, indem sie frohen Mutes über ihre Haustiere berichten. Interessiert es niemanden. Vielleicht findet sich aber auch ein einziger Leser. Und den freut das Blog von Lieschen und Hans. Und die beiden freuen sich über den Kontakt zu einem Gleichgesinnten.
Dafür war das Internet doch da, oder? Individuelle Informationsgestaltung vor dem Hintergrund schwindender Grenzen – fehlendem geographsichen Abstand – und kostengünstiges Publizieren.
Interessiert keinen? Gut, im Falle der typischen Katzen-Homepage ist der soziologische wie technologische Mehrgewinn tatsächlich objektiv eher vernachlässigbar. Nun gibt es aber auch Blogs, die wissenschaftlich (oder zumindest informierend) über Themen berichten (man stelle sich einen Chemiker vor, der bloggt) und sich so in der Fachwelt engagieren können, ohne der Selektion der bis anno dazumal einzigen wissenschaftlichen Publikationen bei der Veröffentlichung eines Fachartikels ausgeliefert zu sein. Das (halb-)wissenschaftliche Spektrum wächst, die Medienlandschaft vergrößert sich. Und: Die “Medienlanschaft” bleibt kein Einweg-Kanal mehr.
Ganz davon abgesehen, dass sich mit dem Bloggen die Möglichkeit ergibt, aktiv und sehr effizient sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrzunehmen. So kann ich meinem Ärger Dampf machen, ob es nun einen interessiert, zwei, hundert oder achtzig Millionen. Es ist auf jeden Fall besser als den Ärger nur einem guten Freund zu erzählen und anschließend herunterzuschlucken.
Aber Blogs sind neu und undeutsch. Aber das Thema hatten wir an anderer Stelle ja schon einmal.
Ganz so neu sind Blogs allerdings dann doch nicht, schließlich gewinnen sie auch in Deutschland ordentlich an Fahrt. Und in Amerika sind sie schon jetzt ganz wichtig.
Ergo: Keine falsche Bescheidenheit!