Archive for August, 2006

“Bisher war die Terror-Gefahr abstrakt. Jetzt ist sie konkret”

Thursday, August 31st, 2006

(Zitat von Ingo Wolf, FDP, Innenminister NRW)

Allerdings, da hat er Recht. Auch, wenn die Polizei Aachen sie immer noch für abstrakt hält und ich eigentlich den Behörden-Terror meine, wenn ich Herrn Wolf zustimme.

Er plädiert für weitergehende Befugnisse des Verfassungsschutzes:

Konkret heißt es in der Gesetzesvorlage, dass die Verfassungsschutzbehörde folgende Maßnahmen anwenden darf: “heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären des Internets, wie insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen beziehungsweise die Suche nach ihnen sowie der heimliche Zugriff auf informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel.” (heise online)

Okay, mir fällt dazu nur ein: Seit irgendein Witzbold sich darüber lustig machte, dass es in Hessen noch die Todesstrafe gibt, weiß eigentlich jeder: Bundesrecht bricht Landesrecht.

Daher: “Wer unbefugt Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, sich oder einem anderen verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” (StGB, §202a, Absatz 1)

Und ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung von Herrn Wolf, seines Zeichens examinierter Experte auf dem Gebiet der Jurisprudenz und Vorsitzender des Bezirksverbandes der FDP in der schönen Stadt Aachen (;-)), die wirklich etwas besseres verdient hätte: “Als Anstifter wird gleich einem Täter bestraft, wer vorsätzlich einen anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat bestimmt hat.” (StGB, §26).

Kommt die Gesetzesvorlage zur Abstimmung und findet ein paar JA-Stimmen, könnte man von der Bildung einer kriminellen Vereinigung sprechen, die prinzipiell nach §129 StGB strafbar wäre. Aber, jetzt kommt’s: “Absatz 1 ist nicht anzuwenden, wenn die Vereinigung eine politische Partei ist, die das Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt hat, (…)” (StGB, §129, Absatz 2).

Eine Unverschämtheit!

Ärger mit Software-Hersteller (2)

Wednesday, August 30th, 2006

Lol, diese Firma ist ehrlich gesagt, mindestens witzig. Ich zitiere wörtlich aus einer E-Mail, die nach dem Telefonat von meinem Kunden an mich weitergeleitet wurde und direkt aus der Entwicklungsabteilung stammt:

“Vorab könnten Sie mit einer beliebigen Java-Anwendung testen, ob auf
diesem Rechner ein grundsätzlicher Konflikt mit Java besteht.
Wenn Ja, könnte die o.g. Treiberauswahl eventuell Abhilfe schaffen.
Wenn nicht, sollte der Rechner als reiner Windows-Rechner ohne
LinuxNetz-Anbindung betrieben werden.”

In der Anlage: vbrun60sp5.abc, die ich in “name.exe” umbenennen soll und ausführen. Will man sich vor Virenscanner drücken oder unterstützt das E-Mail-Programm keine ausführbaren Anlagen?

Okay, aber um nochmal auf den Punkt zu kommen: Wahrscheinlich besteht ein Konflikt mit Java-Anwendungen, sprich sie laufen nicht. Da könnte es dann helfen, einfach die Visual Basic Runtimes zu installieren. Ein passendes Gebet dazu und einfach nochmal probieren. Hilft auch das nicht, nimmt man einfach den Linux-Server von Netz, damit Java läuft.

Ich überlege gerade, warum ich auf diesen glorreichen Gedankengang nicht früher gekommen bin. Was für ein Schwachsinn. Egal, meine Wand, gegen die ich nach Erhalt dieser E-Mail mehrmals in Folge gerannt bin, steht noch. Nur ich habe jetzt Kopfschmerzen, aber hallo!

Wired entdeckt das kollaborative Schreiben

Wednesday, August 30th, 2006

In an experiment in collaborative journalism, Wired News is putting reporter Ryan Singel at your service. - Reichlich spät für ein so kultbehaftetes Magazin, sich mit dem buzzword Web 2.0 auseinander zu setzen, finde ich.

Ärger mit Software-Hersteller

Tuesday, August 29th, 2006

Ich mache ja grundsätzlich keine Negativ-Werbung, aber die Geschichte heute poste ich mal anonymisiert:

Es geht um den Hersteller einer auf Visual Basic und MS Access basierten Software, mit dem mein Kunde (Arztpraxis) seine Rechnungen erstellt. Alternative Software, die von der Kassenärztlichen Vereinigung zertifiziert ist, gibt es nicht für ein überschaubares Budget. Pech gehabt also.

Im vorliegenden Fall hatte ich die Windows 2000-Kiste, auf der dieses geschmacklose Stück Software laufen sollte, so eingerichtet, dass Windows auf F: liegt.

Problem Nummer 1: Das in Java geschriebene Prüfmodul, was die Rechnungen irgendwie verschlüsselt an die KV weiterleiten soll, lässt sich nur auf C: installieren. Okay, Software mit hard coded Laufwerksangaben ist die eine Sache, die andere, wenn diese Software perverserweise in Java geschrieben ist. Beginn einer merkwürdig anmutenden Kräuselung aller meiner Zehennägel.

Also gut, ab damit auf die Backup-Platte, die er zufällig von Windows C: genannt wird. Wie ekelhaft, aber gut. Es läuft. Dann ist die Backup-Platte abgeraucht, schwupps war auch das Prüfmodul weg.

Ich dachte: Wie einfach, einfach nochmal auf der neuen Platte unter C: installieren und fertig. Denkste! Software lief nicht mehr. Also bei der Firma angerufen, die zwar nicht das Java Ding verbrochen hat, aber das mindestens ebenso perverse Hauptprogramm. Die Antwort vom “Geschäftsführer” dieser telefonisch kaum erreichbaren Pseudo-Software-Klitsche: “Ganz klar. Ihre Java-Anwendungen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Linux-Treiber blockiert.” Ähm, bitte was? Wie um alles in der Welt soll ich einen “Linux-Treiber” (wozu auch immer das gut sein soll) auf einem nativen Windows-2000-Rechner installieren. Das wusste der gute Mann auch nicht und behauptete, dass ich das ja schließlich wissen müsse, schließlich hätte ich das ja auch gemacht und damit sein ach so herrliches Programm blockiert.

Als ich ihm endlich klar gemacht habe, dass ich keinen Linux-Treiber auf einem Windows-System installiert habe, meinte er, dann läge es entweder an dem im Netz befindlichen Samba-Server oder aber an der Tatsache, dass Windows nicht auf C: läge. Möglicherweise seihen ja hard coded Pfadangaben in dem Prüfmodul enthalten, das könne er nicht verifizieren, da dieses Verbrechen in Java ja direkt von der KV und nicht von ihm komme. Er erklärte sich immerhin bereit, mir eine neue CD zuzuschicken (von dieser Firma habe ich fast mehr CDs als von AOL und das will was heißen), damit ich alles nochmal neu installieren könne, auch Windows, und dann bitte auf C:. Das wäre die Standard-Konfiguration und nur mit dieser laufe sein Programm einwandfrei.

Plötzlich wurde mir alles klar.

Jäger und Sammler

Tuesday, August 29th, 2006

So langsam werden mir die Aktivitäten von Google, EBay, Amazon und Co. doch irgendwie etwas unheimlich.

So scheut sich EBay zum Beispiel keineswegs, öffentlich eine datenschutzrechtlich mindestens bedenkliche “weltweite Vernetzung von Nutzern, Händlern und Werbetreibenden” als großen Unternehmenserfolg zu feiern.

Mit Sicherheit: Der Rubel wird rollen. Letzte Fünkchen von Datenschutz aber auch - ob privat oder staatlich!

Google Maps - Wie eintragen?

Monday, August 28th, 2006

Sie kennen Google Maps? Dieser Google Dienst wird zunehmend interessanter, wenn es um ortsbezogene Suchanfragen geht.

Wenn z.B. nach “Aachen Internet” in Google gesucht wird, erscheint auch eine Liste lokaler Suchergebnisse, die man sich auch auf der Satelitten, Straßen- oder Hybridkarte anzeigen lassen kann.

Wie kommt nun Google an die Daten - bzw. wie kann ich mich eintragen? Ganz einfach: Google arbeitet zur Datenerhebung bei Adressdaten mit infobel zusammen. Dort kann man sich hier eintragen lassen.

Nach Klick auf “Daten hinzufügen”, einfach die linke Spalte komplett mit “None” und die rechte mit den wirklich einzuragenden Daten füllen und ab geht’s - Google like: Wie lange es dauert, steht in den Sternen. ;-)

Beamten und ihre penible Genauigkeit

Saturday, August 26th, 2006

Heute habe ich mich richtig gut gefühlt. Ehrlich! Ich habe mehrere Beamte mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Super war das.

Hintergrund: Ich hatte einen Notebook Accu bei eBay bestellt, der aus Hong Kong geliefert wurde und demzufolge nicht bei mir, sondern beim Hauptzollamt ankam. Die wollten natürlich Geld dafür. Einfuhrumsatzsteuer - so etwas bescheuertes! Wieso soll ich dem Deutschen Staat Geld bezahlen für etwas, das ich irgendwo anders gekauft habe und nur zu Hause nutzen möchte?

Egal, knappe 60 Euro hat der Accu gekostet - jedenfalls war das der Betrag, den ich mit PayPal überwiesen habe. Man wollte also von mir neun Euro und sechzig Cent haben.

Ich argumentierte: Moment, der Accu hat doch nur 14 Pfund 99 gekostet, der Rest waren Transportkosten. Antwort: Das sei zwar richtig, aber die Transportleistung, die ich bezahlt habe, wäre ja zum Teil auch in Deutschland erbracht worden und daher zollpflichtig. Meine Reaktion: “Transportleistungen sind von der Umsatzsteuer befreit!”. Nach einigem Hin und Her war der gute Mann mit Hilfe seines großen schlauen Buches sowie eines weiteren Kollegen von dieser Tatsache zu überzeugen. Aber für die Transportversicherung i.H.v. 8 Pfund wollte man von mir das Geld haben. Hier meine Argumentation: “Moment! Es ist zwar richtig, dass die Transport-Versicherung im internationalen Transportverkehr haftet, aber die Leistung selber, nämlich die Garantie, dass ein Schaden ersetzt wird, verbleibt in Hong Kong und wurde daher von mir zwar bezahlt, aber als Dienstleistung nicht eineführt” - Wieder kostete es den Beamten Zeit, Mühe und Nerven auf meine absolut fröhliche Reaktion die richtige Antwort zu finden. Aber auch hier kam er zu dem Schluss, dass ich Recht hatte.

Blieben noch die 14 Pfund 99 Warenwert, auf die ich liebend gerne die Einfuhrumsatzsteuer gezahlt hätte, nur um sie vom Finanzamt zurückzufordern.

“Ich rechne das mal um und schreibe Ihnen eine Rechnung”, waren die letzten Worte des Zöllners, dann das für ihn traurige Ergebnis: Der zu verzollende Warenwert beträgt 21,97 Euro laut aktuellem Umrechnungskurs. Die Freigrenze für die Einfuhrumsatzsteuer liegt nach Auskunft des Zölnners selber bei exakt 22 Euro und null cent. Wütend hat er schon dreingeschaut, dieser Beamte.

Das war mir aber nicht genug. Ich konnte mich nicht zurückhalten, das Hauptzollamt mit einem breiten Grinsen und den Worten: “Ich bin vorsteuerabzugsberechtigt, wissen Sie eigentlich, ob ich auch die Einfuhrumsatzsteuer vom Finanzamt zurückfordern kann?” zu verlassen.

Ich hatte selten so viel Spaß bei einem Behördengang. ;-)

Höhere Sicherheit durch Ausschalten der Sicherheitsfunktion

Thursday, August 24th, 2006

Gefunden bei: Wodosys WebHosting

Zwei Fragen hierzu: Was um alles in der Welt hat PHP, dessen safemode hier wohl angesprochen wird, mit einem Kernel zu tun? Und warum rühmt man sich mit im Kern beginnender Sicherheit, wenn man Modi, die explizit die Sicherheit von PHP-Prozessen auf shared hosting Umgebungen erhöhen soll, ausschaltet?

Gut, dafür ist wenigstens deren “Housingzentrum” (sie haben sich bei L3 in MUC eingemietet) richtig gut. Es gibt nicht nur USV, sondern sogar UVÜ (”Unterbrechungsfreie Videoüberwachung” sic!).

Aber an die Qualität meines absoluten Liebelingshoster kommen die nicht ‘ran, auch wenn ich ihnen gerne glauben würde, dass abgeschaltete Sicherheitsmodi mehr Sicherheit bedeuten ;-)

This post is dedicated to August, 20th, 2006

Wednesday, August 23rd, 2006

“Life is ten percent what happens to you and ninety percent how you respond to it.” (Lou Holtz)

Schlaflose Nacht…

Monday, August 21st, 2006

Wollte ich nach meinem gutgemeinten offenen Brief an Frau Merkel doch eigentlich endlich mein warmes Bett aufsuchen, erhielt ich von Domme noch einen Hinweis auf einen n-tv-Artikel.

Danach steht fest: Im Vergleich zu George W. Bush (miserable failure), der sich von Schleimpilzen (Ach Hallo nochmal, Frau Merkel) ernährt, war “der Führer” lediglich ein argloser Käfer.

Ich glaube, schlafen gehen ist heute doch keine gute Idee. Heute ist die Welt total verrückt.