Nachdem das Video von Saddam Husseins Hinrichtung im Netz aufgetaucht ist, berichten nun auch die “Aachener Nachrichten” von diesem Netzfund.
In dem Artikel wird Jo Groebel als “Medienexperte” zitiert. Groebel hält die vollständige Dokumentation der Hinrichtung in Journalistenkreisen für unangebracht - aus ethischen Gründen. “Es gibt auch eine Menschenwürde, die Saddam Hussein, auch wenn er sie selber nicht respektiert hat, im Tod zusteht”, sagt Groebel.
Hierfür erhält Groebel meine volle Zustimmung.
Etwas weiter im Artikel steht: “Glaubwürdigkeit und Vertrauensinstanzen seien im Journalismus und der Politik notwendig. “Das Internet ist nicht eine solche Instanz”“.
Damit disqualifiziert sich Groebel meiner Meinung nach als Medienexperte. Wer so hochgestochene Sätze von sich gibt und dem Internet die Vertrauenswürdigkeit entsagt und im gleichen Atemzug dieses Vertrauen an die Politik übergibt, der könnte an einer pathologischen Wahrnehmungsstörung leiden.
Das Internet ist nämlich in der Tat keine Instanz und erst recht kein Medium. Wenn überhaupt ist das WWW eines der Medien im Internet. Und dieses Medium ist nicht mehr wert als Papier. Auf dieses Papier lassen sich im WWW Inhalte in bestimmten Formaten “drucken”. Genauso wie ich auf echtes Papier den Spiegel, den Wachturm oder eben die Aachener Nachrichten drucken kann. Nur bestreitet in diesem Bereich niemand die grundsätzliche Seriösität von Papier, wenn es neben etablierten Presseerzeugnissen auch Dinge wie Bunte, Bild oder sonstigen unerwünschten Content gibt.
Und, lieber Herr Groebel, ich erwarte von Ihnen als Direktor des Deutschen Digitalen Instituts, dass Sie das Internet verstehen. Nicht mehr und nicht weniger!