BackUp-Strategie
Mittlerweile wächst die “native Festplattenkapazität” in meinem kleinen IT-Zoo so an, dass man den Überblick verliert.
Feststehender Rechner: 240 GB
Server: 80 GB
Notebook (Thinkpad): 60 GB
Notebook (MacBook Pro): 120 GB
macht zusammen: 500 GB.
Okay, natürlich weder alles voll, noch alles Nutzdaten, aber trotzdem. So langsam komme ich mit dem Backup nicht mehr nach.
Momentan wird ein “Arbeitsverzeichnis” auf dem Server abgelegt, an die Arbeitsrechner werden lokale Kopien verteilt, die dann regelmäßig mit rsync synchronisiert werden. Der Rest ist machinenspezifischer Datenwildwuchs.
So, und jetzt, die Frage des digitalen Zeitalters: Wie sichert man seine Daten, deren Verlust fast so tragisch wäre wie ein Hausbrand
Für die Synchronisierung meines Arbeitsverzeichnisses wird rsync genutzt – auf unixoiden Maschinen überhaupt kein Problem. Windows nutze ich so selten, dass ich dort keine lokale Kopie des Arbeitsverzeichnisses benötige, sondern hier über Samba auf den Server zugreife. Nur ein komplettes Backup über rsync? Das ginge, müsste man aber komprimieren. Und 500 GB Daten über eine Netzwerkleitung auf einen schmalbrüstigen Server (P II 300 MHz) zu schaufeln, zu komprimieren etc. – das wird eine ganze Menge Arbeit für das kleine Teil, das eigentlich eh nur als Router gedacht war.
Aufrüsten möchte ich nicht so gerne, Stromverbrauch, Geräuschentwicklung neuerer Geräte und Anschaffungskosten halten mich ab.
Gesucht ist also eine Lösung, die viel Kapazität bietet, meinen Server nicht oder nur wenig belastet, klein, leise, stromsparand und günstig ist. Ach ja: Einfach in der Handhabung sollte es natürlich auch sein, das Backup-System. Und verschlüsselt.
Und weil Besim Recht hat, kommt eine externe Festplatte eher nicht in Betracht. Streamer sind zu teuer und zu unhandlich, optische Medien wohl auch nicht das Wahre. Was bleibt, sind externe RAID-Festplatten-Lösungen.
Über einen Firewire-Bus sollten diese auch hinreichend schnell sein – noch besser wäre allerdings eine RAID-NAS-Lösung.
Freecom bietet beispielsweise externe RAID-Lösungen an, aber ohne Netzwerkanschluss. Oder mit Netzwerkanschluss, aber ohne RAID.
TrekStor hat die DataStation maxi z.ul, die RAID über USB und Netzwerk bietet, allerdings ist TrekStor nicht unbedingt eine Firma, bei der ich kaufen möchte (ich habe mal einen USB-MP3-Player von denen gesehen, der sich ausschließlich unter Windows mit der mitgelieferten Software beschreiben ließ).
Und dann gibt es noch ziemlich coole Thecus-Geräte, wie zum Beispiel den Thecus N5200. Hier dürfte aber günstig nicht gerade das passende Wort sein. Das kleinere Thecus-Gerät mit exakt meinen 500 GB Volumen kostet hier beispielsweise 690,00 €.
Doch halt. So schlecht ist die ganze Situation doch nicht. So entdeckte ich hier das Netgear-Gerät für 92,00 €. In das Netgear SC101 lassen sich zwei Platten einbauen, die dann mit in einem RAID verbunden werden können. Sogar mehrere dieser Geräte lassen sich zu einem “Netzwerk-RAID”, SAN, zusammenpflastern. Allerdings scheint dieses Gerät nur mit der Windows-Software zu funktionieren (siehe FAQ). Mist! Allerdings schreibt Tom’s Hardware Guide, dass das Dingen iSCSI-fähig ist, was unter Linux zumindest mit Cisco-Treibern kein Problem darstellen sollte. Okay, es wird tatsächlich nicht unterstützt. Das von Tom’s Hardware Guide ebenfalls getestete Linksys EFG250 ist leider nicht mehr im Angebot, wäre allerdings hier noch lieferbar für knapp 600 €.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dem Käufer neuer Computersysteme Speicherplatz hinterhergeschmissen wird, sich aber noch niemand ernsthaft um das Thema Backup für SOHO gekümmert hat. Das Netgear-Gerät scheint das einzig brauchbare (und bezahlbare) zu sein – allerdings gänzlich plattformabhängig.
So oder so. Die iSCSI-Idee fasziniert mich, dann kann ich mich wenigstens selber um eine Verschlüsselung kümmern. Und wenn ich kein anderes Produkt als das Netgear-Gerät finde, wird mein Server eben doch erweitert. Sei’s drum. Hätte den gleichen Effekt wie iSCSI
Bleibt also nur noch die Frage nach der Software. Diese sollte nach Möglichkeit OpenSource sein und die Daten entweder unkomprimiert oder mit offenen Formaten komprimiert ablegen, so dass man im Ernstfall beim Zurückspielen auch ohne die Software auskommt. Und da gibt’s nur eins: Selbermachen. Mit rsync, bacula, Shellscripten, Cryptoloop und netten anderen Kleinigkeiten. Sobald die neue Hardware hier steht, gibt’s ein kleines Howto.