Social Networking und das Demokratieverständnis

Sicherlich ist die Zahl der Blogs explodiert. Sicherlich ist mehr Müll dabei als zu Zeiten, in denen das Wort “Blogs” irgendwie noch mit den Orks aus Herr der Ringe verwechselt wurde.

Aber: War das nicht das Ziel der ganzen Unternehmung? Das Internet nach dem langsamen Sterben des Usenets durch viel zu bunte und schrille Werbewebsites, durch die Faulheit des medienverwöhnten Otto-Normal-Sufers, wieder öffentlich, pro-aktiv und einfach kommunikativ zu gestalten?

Und sind es nicht meistens die Urgesteine der Blogosphäre, die sich für Demokratie und Gleichberechtigung aussprechen?

Ich jedenfalls finde es ebenso schade wie Ralf, dass das weblogverzeichnis wegen Müllflut aufhört.

Aber unerfahrene Blogger, die vielleicht auch einfach nur ein bisschen für sich schreiben, gleich so zu brandmarken geht doch zu weit. Man braucht es ja nicht zu lesen.

Und ich für meinen Teil lese sehr gerne Company-Blogs. Was ist falsch daran, wenn jemand nicht nur seine Meinungen durch die Welt posaunt, sondern vielleicht ein bisschen von seinem Unternehmen erzählt - so lange es nicht nur blog-gerecht gestaltete Pressemitteilungen zu Produktneueinführungen sind, lese ich es gerne. Was SEO-Müll und Kommentarspam angeht, gebe ich Ralf aber Recht, uneingeschränkt.

Und mal ehrlich, Ralf: Sich derart über eine Schriftart auf einer Weintraubenumverpackung aufzuregen,  hat für mich irgendwie auch etwas von einem “Hang zum Allzu-Trivialen” ;-)

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